Tunnel - Dehnen

Ich biete verschiedene Dehnpakete an ( je nach Größe ) , 
bei denen ich euch bis zum Wunschziel begleite. 
Der benötigte, hygienisch einwandfreie Schmuck ist dabei 
enthalten. Sprecht mich gerne darauf an und ich werde auch 
alle Details erklären. 

Hier noch ein paar Infos zum Dehnen:

Ein Piercing zu dehnen ist eine Prozedur, die nahezu in jeder alten und neueren "Piercing Kultur" bekannt ist. In den meisten traditionellen Kulturen ist ein gedehntes Piercing mit einer persönlichen, spirituellen oder sozialen Bedeutung belegt. Ein Piercing – egal an welcher Stelle des Körpers dehnt sich nicht signifikant von einem Tag auf den anderen. Es ist ein sichtbares Zeichen für eine abgeschlossene Prozedur über Wochen, Monate und Jahre in Disziplin und Selbstbeherrschung.
So tragen zum Beispiel Frauen auf Bali die meiste Zeit ihres Lebens ein eng zusammengerolltes Palmenblatt im Lobe-Piercing (Ohrläppchen) um das Piercingloch offen zu halten und es gleichzeitig konstant und sanft zu dehnen. Dort steht also die Schaffung des gedehnten Ohrlochs im Vordergrund und nicht so sehr das Tragen von Schmuck. Unter den Bewohnern Balis gilt ein symmetrisch weit gedehntes Ohrloch als besonderes Zeichen von Reife und Schönheit, denn eine solche Dehnung braucht halt viel Zeit und Geduld – Eigenschaften, die ihre Trägerin auszeichnen.
Typisch für unsere Zeit und unser "Piercing-Verständnis" ist die Trennung zwischen dem eigentlichen Piercing – dem Stechen und "Ersteinsatz" – und dem späteren Dehnen (falls überhaupt vorgenommen).

Der Ritus des Dehnens:

Allerdings kommt man auch in der heutigen Zeit nicht um den "Ritus des Dehnens" und die damit verbundene Körpererfahrung herum. Egal ob es nur ein kleiner Schritt zur nächsten Schmuckgröße oder ein längeres Projekt zu einem verändertem Piercing ist. Das Dehnen der Haut erfordert Sauberkeit, Wissen um die Belastbarkeit und Zeit der Erholung die der zu dehnende Teil des Körpers braucht und – das aller Wichtigste – es braucht Geduld!
Wäre es ein Leichtes und Sache von Minuten ein Piercingloch von 1.6 auf 16, 20 oder 30mm zu weiten; gedehnte Piercings und der getragene Schmuck würden Ihren besonderen Reiz des Erreichens verlieren.
Es wäre nichts Aussergewöhnliches z.B. einen Flesh Tunnel oder Plug zu tragen. Doch es passiert nun einmal nicht über Nacht und so bleibt etwas, was man nicht nur mit viel Einsatz erreicht, sondern etwas das viel Einsatz über eine lange Zeit fordert. Das macht weit gedehnte Piercings weltweit und über Kulturen hinweg zu einem Zeichen der Reife und Weisheit, ein Weg zu sagen "ich kontrolliere meinen Körper und akzeptiere was mein Körper von mir verlangt um heil an mein Ziel zu gelangen". Im Gegensatz zum Stechen eines Piercings und Tattoos oder dem Schneiden und Brennen einer Scarification ist das Dehnen ein Wechselspiel zwischen der Aktion der Modifikation und der Reaktion des Körpers die dann erst eine weitere Aktion erlaubt.
Dieser "Dialog" mit dem eigenen Körper ist der wichtigste Faktor des Dehnens. Schmerzen sind grundsätzlich ein subjektives Empfinden und je nach Person und Piercing unterschiedlich. Ist z.B. das Lobe noch "easy going" wird es mit längerem Stichkanal und empfindlicherer Körperregion wie z.B. demAmpallang schon interessanter. Jeder Mensch empfindet bei jeder Modifikation seines Körpers seinen eigenen und persönlichen "Schmerzlevel" steigt der sprunghaft an, so ist das der besagte Dialog mit dem eigenen Körper mit dem dieser uns versucht zu sagen: "Okay, Stopp! Es reicht, bis hier her und nicht weiter".
In der Regel läuft das Dehnen für den "geduldigen Dehn-Typ" relativ schmerzfrei ab. Der geduldige Typ geht mit dem Grundsatz "sicher und langsam" an die Sache heran und sorgt sich nicht um die Zeit, die es braucht ans Ziel zu kommen. Für ihn zählt es alleine mit optimalem Ergebnis seinen Körper zu modifizieren und keinen Gefahren wie z.B. einer Infektion auszusetzen. Klingt langweilig und fast schon konservativ, ist aber vernünftig und eigentlich immer von Erfolg gekrönt.

Wunder über Nacht (?!)

Im Gegensatz dazu geht der "ungeduldige Dehn-Typ" vor, denn es gibt natürlich auch Wege sein Piercing schnell zu weiten, um dann dicken Schmuck, Plugs oder Tunnels zu tragen.
Durch das Punchen (Herausstanzen von Gewebe) zum Beispiel oder dem einfachen Einschneiden des Gewebes mit einem Skalpell lässt sich schnell ein "großes Piercing" realisieren.
Dieser Weg zum dicken Schmuck ist sicher noch gangbar und führt – wenn vernünftig gemacht – auch ans Ziel. Allerdings lässt sich diese Technik nicht beliebig auf alle Bereich anwenden (z.B. Intimbereich,BrustwarzeZunge usw.) und bietet darüber hinaus nicht immer ein so schönes optisches Ergebnis wie der lange Weg des "geduldigen Dehn-Typs". Ergänzend sei gesagt, dass bei diesen Methoden meist ein ausgeprägteres Narbengewebe entsteht, was ein weiteres Dehnen über den erreichten Status-Quo hinaus erheblich erschwert.
Für den ungeduldigen Typ kann es aber auch sinnvoll sein – für ein späteres "geduldiges Dehnen" – einige Piercings gleich in einer größeren Stärke zu piercen. Zum Beispiel kann der Ersteinsatz im Lobe direkt bis zu 4mm dick sein. Man sollte allerdings darauf achten während der Heilung (das gilt auch später zwischen den Dehnschritten) keinen zu schweren Schmuck zu tragen um eine zu einseitige Belastung zu vermeiden.
Damit wären beide Dehn-Typen schon fast erklärt, gäbe es da nicht noch eine Splittergruppe des "ungeduldigen Dehn-Typs" – den "unvernünftigen Dehn-Typ". Von seinen "Gewaltmethoden" ist dringend abzuraten. So werden in recht blutigen Sitzungen so lange konische Materialien durch ein frisch gepierctes Loch "geprügelt", bis man "in einem Rutsch" von 0 auf 10mm gekommen ist. Das Trauma dem das Gewebe da ausgesetzt wird, mit seiner Vielzahl der unterschiedlichsten Verletzungen und Quetschungen, kann zu den abenteuerlichsten Entzündungen und Abwehrreaktionen des Körpers führen. Im schlimmsten Fall kommt es durch eine akute Unterversorgung zu dauerhaften Schädigungen der Hautoder des Knorpelgewebes. ( Auszug von Wildcat Deutschland )